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ZRH – 20./21.01.2016

Licht und Schatten: ZRH zum WEF 2016 am 20./21. Januar

Vergangene Woche hatte ich mir recht spontan überlegt, einen ersten Ausflug in diesem Jahr nach ZRH zur Zeit des World Economic Forum (WEF), das alljährlich in Davos stattfindet, zu unternehmen. Wie diverse Berichte aus vergangenen Jahren zeigen, ist ja nicht absehbar, was einen dort erwartet, das gilt für die Flieger, aber leider auch für das Wetter, dass sich gerade im Winter schwer prognostizierbar zeigt. Andererseits bietet der Traffic immer das ein oder andere Schmankerl und selbst die Bizjets haben überwiegend eine auch für mich adäquate Größe. Als einzige Reisetage kamen der Mittwoch und Donnerstag in Frage. Also Hotel und Flug gebucht. Auf der Buchair-Seite gab es dazu noch einen letzten freien Platz für die Ramp Tour am Donnerstag um 12:45 Uhr, den ich umgehend reservierte.

Kurz vor meinem Abflug war die Wettervorhersage für Zürich komplett unentschieden, am Donnerstag lag die Sonnenscheindauer je nach Wetterdienst zwischen 0 und 8 Stunden, am Mittwoch tendierten alle Vorhersagen zu Niederschlag und dichter Bewölkung. Ganz heftig war es am Abflugtag morgens bei uns, kräftige Schneeschauer und Stau vor den zwei Enteisungspositionen brachten uns eine Verspätung von 40 min. ein. Da ich ohne Umsteigen direkt mit Swiss flog war das aber halb so schlimm, die Besucherterasse in ZRH öffnet ja wintertags erst um 9 Uhr.

Flieger für den Morgenflug war eine Helvetic Fokker 100, der Blick aus der Gangway über das verschneite Vorfeld und die neben uns geparkte oder wie der Schweizer sagen würde, parkierte D-AGWO.

Auf dem Weg nach ZRH kurz vor der Landung ein herrlicher Blick über die verscheiten Schwarzwald-Höhen, ganz im Hintergrund ragen die Vogesen-Gipfel aus dem nebelgefluteten Rheintal.

In ZRH angekommen erstmal einen Supermarkt konsultiert und dann durch die (sehr entspannte) Sicherheitskontrolle auf die wirklich geniale Terasse. Da bewölktes Wetter angesagt war, hatte ich vor, den Tag dort zu verbringen.
Der erste Flieger war gleich was Feines, die zweite Boeing VC-32A macht sich auf den Weg, im Hintergrund ist das Tail der anderen zu erkennen, die Biden eingefolgen hatte.

Weiter ging es mit einem anderen Exoten, Boeing 737-7H3/BBJ aus Tunesien.

Dann kam was für die Werft, Caraibes 330 mit der schönen Reg F-ORLY. Die erste Stunde verlief abwechslungsreich.

Die Delegation aus Russland kommt mit heimischem Gerät.

Inzwischen war diese ansehnlich lackierte 762 N767KS der Mid East Jet eingetroffen. Beim Taxen zum Start zeigte sich im richtigen Moment kurzzeitig die Sonne.

Einen farbigen Akzent setzte die 763 aus Azerbaijan, kurz zuvor war auch schon der 319CJ eingetroffen.

Der Standard-Traffic war größtenteil unspektakulär, Jordanian schickte aber die One World-Kiste.

War mir auch noch nicht vor die Linse gekommen, der Besuch aus der Heimat passt sich farblich sehr gut der Umgebung an.

Quasi schon Stammgast zum WEF ist die Gulf der Armada de Mexico (XC-LMF).

Dann verließ noch eine der hübschen amerikanischen BBJs den Platz mit einem Hauch von Licht.

Und zum Tagesabschluss wurde der britische Premier mit dieser BAe eingefolgen, die neu zum 100 Jubiläum der No. 32 (The Royal) Squadron bestickert ist.

Das Fazit des ersten Tages fiel ganz positiv aus, das Wetter hätte sicher Potential gehabt, der Flugverkehr war aber abwechslungsreich.
Der Blick aus dem Hotelzimmerfenster am anderen Morgen zeigte wenig Bewölkung und machte Hoffnung auf einen sonnigen Tag. Diese zerschlug sich dann aber schnell wieder. Am Parkhaus 6 angekommen, wo ich vor Öffnung der Terasse noch fotografieren wollte, lag der nödliche Teil des Flughafens inkl. des Midfield-Terminals in dichtem Nebel. Südlich hatte sich eine hochnebelartige Wolkendecke gebildet, die keinen Sonnenstrahl durchließ. Direkt über dem Platz war es Wolkenlos, was aber auch nicht viel half… Außerdem war es beißend kalt bei einem kräftigen Nordostwind, diese Wetterlage wird als „Bise“ bezeichnet.
Gerade im Parkhaus angekommen ging schon wieder ein amerikanischer BBJ raus.

Die Kälte war besonders heftig auf der Besucherterrasse, zum Glück gibt es dort ein beheitztes Café, in dem man sich ab und an aufwärmen konnte/musste, um Erfrierungen vorzubeugen. Dazu kam dann noch, dass der Traffic extrem bescheiden war, kein einziger interessanter Flieger, da muss dann die schweizerische AB für ein Foto herhalten.

Das Wetter machte keine Anstalten sich zu ändern, immer wieder drifteten Nebelfelder aus dem Norden bis zur Besucherterasse, und auf dem Höhepunkt gab es Eisgriesel. Meine Stimmung war auf dem Tiefpunkt angekommen.
Vielleicht hatte jemand Mitleid, aber plötzlich schien es sich etwas aufzuhellen.

Der Nebel wurde schwächer und auch die Hochnebeldecke bekam Lücken. Hier der einzige Latten-320 der Swiss, der mich am Abend zurück nach Hannover bringen sollte.

Um 12:15 Uhr bot sich folgender Blick.

Noch einen Helvetic Emb abgelichtet und dann ging es in dem Wetter angemessen deutlich aufgehellter Stimmung zur Ramp Tour.

Vorher hatte ich schon mitbekommen, dass die Touren stark von den Guides und deren Kommunikation abhängen und auch hier sollte das Glück auf meiner Seite sein. Nachdem wir den Bus bestiegen hatte, wurde gleich angekündigt, das während unserer Tour die Landung eines Specials angekündigt war und sich deren Ablauf daran orientieren würde. Um was es sich handelte, war über den Bordlautsprecher nicht zu verstehen, aber in Zeiten von FR und allzeit verfügbaren Infos kann man sich ja auch mal überraschen lassen.
Erstes Ziel war der Iran 321, vor dem man aber kurz zurvor eine schicke Treppe platziert hatte.

Anschließend wurde mein Favorit angesteuert, der sehr hübsch lackierte kanadische Regierungs-A310.

An dieser Stelle schloß sich ein kurzer Rundgang an, bei dem Bizjetzs geknipst werden konnten, wie N905T

oder dieser Gulf V

Dann gab es Diskussionen zwischen unseren Guides, der Rundgang wurde abgebrochen, da eine Sperrung bestimmter Taxiways aufgrund der bevorstehenden Landung anstand. Also alle in den Bus und es folgte eine 15-minütige Fahrt in den Anflugbereich der Pisten 14/16, denn es war unklar, auf welcher Bahn der Flieger landen würde. Als wahrscheinlich erschien die 16, also parkten wir dort. Dann plötzlich Hektik, der Flieger ging auf die 14, der Busfahrer gab alles und als wir am Aufsetzpunkt der 14 ausstiegen, war der Flieger bereits im Final. Ein Blick, und es war nicht zuviel versprochen worden!

So entstand mein sicher bestes Bild des WEF 2016. Und bei Ankunft der E-4B direkt an der Bahn zu stehen hatte natürlich auch was.

An Bord war US-Verteidigungsminister Carter, eintreffend aus Paris mit zweistündiger Verspätung.

Anschließend besuchten wir das von außen nicht einsehbare Vorfeld am Terminal E. Die Lichtverhältnisse dort waren aber leider nur suboptimal, die Flieger allerdings schön:

Danach fuhren wir zur 28, wo uns dieser Global beim Start vor die Linse kam.

Das Whiskey-Vorfeld hatten wir wg. der Landung der E-4B ausgelassen. Das wurde aber nachgeholt. Dort nahm der Azerbaijan CJ ein Sonnenbad.

Auf der französischen Falcon verewigte sich ein Flutlichtmast.

Weitere WEF-Besucher konnten bei einem Rundgang abgelichtet werden.

Israel hatte eine Standard-Kiste von ElAl geschickt (4X-EKP).

Die VC-32A erwartete die Ankunft von Biden, der heute noch abfliegen sollte.

Auch die C-17 sollte am Abend noch rausgehen.

Dann ging es noch ein Stück mit dem Bus, wo weitere Flieger auf uns warteten.

Und im Überblick:

Stellvertretend für die Helis der neueste Zugang der Swiss-Jet HB-ZQK

Damit war die Tour zu Ende, nicht ganz, der Busfahrer steuerte spontan noch eine Stelle für ein paar Aufnahmen der E-4B an.

Nach der Tour verbrachte ich die verbleibende Zeit bis zum Abflug um 18:20 auf der Terasse. Dort mit der Star Alliance Swiss noch etwas Standard.

Die E-4B wurde dann auf das W-Vorfeld gepusht, rückwärtes ging es zum Abstellplatz.

Der Blick bei Sonnenuntergang kurz vor der Ankunft von Biden auf das W-Vorfeld.

Zum Abschluss ein unspektakulärer Rückflug mit HB-JLT.

Mein Fazit: Ein Ausflug mit der breiten Palette aller Stimmungslagen. Absolut genial war natürlich die Ramp-Tour. Da kann man den 6 Guides vom Airport ZRH und von Buchair nur den größten Dank aussprechen! Das solche Touren bei einem sicherheitstechnisch so sensiblen Event möglich sind verdient Hochachtung.
Es hätte natürlich mit Blick auf das Wetter alles auch deutlich unschöner ausgehen können. Einige Flieger gehen einem doch immer durch die Lappen und es gibt nicht einen vorhersagbar perfekten Tag. Von daher frage ich mich schon, ob man das Glück mit einem weiteren Besuch nochmal so strapazieren sollte.

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