SF340

Saab 340 - Saab 2000 & more...

Schottland – 05.2016

Im Mai waren wir für zwei Wochen in Schottland unterwegs. Unsere Reise begann mit einem dreitägigen Aufenthalt in Glasgow, genauergesagt in Paisley, einer Stadt mittlerer Größe, bekannt durch das Paiseley-Muster und mit guter Bahnanbindung nach Glasgow (teilweise fahren alle 10 Minuten Züge ohne Zwischenhalt). Direkt nördlich liegt der Internationale Flughafen, dorthin sind es 10 Minuten mit dem Bus.
Direkt nach der Ankunft ging es erstmal kurz ins Domestic Terminal, ein Besuch in Schottland muss natürlich mit einer Saab 340 Loganair beginnen: G-LGNG in den alten FlyBe-cs. rollt zum Start.

Wie man hier schon sieht, zeigte sich in den ersten Tagen ganz unschottisch mit viel Sonne und Temperaturen über 20°C. Ein Nachmittag mußte dann auch fürs Hobby herhalten, wobei das Fotografieren in GLA nicht ganz einfach ist. Mit Leitern sollte man sich nicht in der Nähe des Zaunes sehen lassen. Kein Problem für mich, ich hatte ja auch keine mitgenommen :-). Dazu ist der Zaun auch noch mit Drähten versehen, die auf jede Erschütterung reagieren und die Sicherheitskräfte alarmieren. Man hat nicht den Eindruck, das viel Verständnis für Spotter aufgebracht wird. Bei unserem letzten Besuch 2012 hatte ich aber eine Stelle gefunden, von der aus man nachmittags Flieger aufnehmen kann, die auf die 05 zum Start rollen.
Direkt am Kreisel der M8-Auffahrt macht die A726 eine enge Kurve mit einer Böschung, von der aus man über den Zaun fotografieren kann. Die Position ist vom Terminal aus zu Fuß durch das Paisley Moss Nature Reserve in wenigen Minuten zu erreichen. Man muss nur aufpassen, dass keine Äste im Bild sind, die Vegetation ist hier recht üppig. Und man ist natürlich weit weg vom Taxiway, das Hitzeflimmern kann schon ganz erheblich sein und man braucht eine große Brennweite, für die kleinen Flieger sollten es über 300 mm sein.
Nachfolgende Aufnahmen sind von dort ab ca. 14 Uhr entstanden. Der Verkehr in GLA ist nicht besonders abwechslungsreich, Thomas Cook, Thomson und Jet2 decken das Chartergeschäft ab, im Sommer kommen aus Kanada noch Westjet mit 737-700, Rouge mit 763 und Air Transat mit 310/332, Virgin fliegt mit 747, Thomas Cook setzt auch 332 ein. Ansonsten viel Easyjet, Ryanair und FlyBe, BA ist überwiegend auf den Kursen zu den diversen Londoner Flughäfen unterwegs.

Am frühen Nachmittag gehen einige Charter ans Mittelmeer raus, wie dieser 2014 ausgelieferte Thomas Cook 321 G-TCDF.

Icelandair verbindet Glasgow mit Reykjavik (TF-FIA)

Bereits 17 Jahre auf dem Buckel hat die 752 von Thomason G-OOBG.

Dann noch zwei Jet2 738, zunächst G-JZHB, uns noch als D-AHFS bekannt.

und in Jet2-Holidays-Cs. G-GDFD. Auch diese Kiste war mal bei uns unterwegs, wer erinnert sich noch die D-AHFB in Sharan-cs?

AerLingus fliegt mit ATR72 nach Dublin.

Fast 400 mm braucht es für eine Twin Otter von Loganair, hier das neue Modell von Viking, ausgeliefert 2015 in schicken Scotland-cs., damit geht es u.a. zum Strandflugplatz nach Barra.

EasyJet kommt einem wie gesagt häufig vor die Linse, ob man will oder nicht, im Mai 2015 wurde G-EZON ausgeliefert.

Ach, hatte ich es schon erwähnt? GLA ist natürlich auch ein Paradies für Saabs. Loganair hat noch eine der größeren Flotten weltweit und verbindet kleine Highland & Island-Airports mit den größeren Städten. Zum Zeitpunkt unseres Besuchs hatten 4 Flieger bereits die neuen FlyBe-Farben. Einige Zeit wird man die Saabs wohl noch in Schottland sehen. Zum einen hat Loganair seine Flotte gerade um fünf Saab 2000 ergänzt, von denen aber nur G-LGNO volle FlyBe-Farben trägt. Zum anderen hat gerade ein aufwändiges Programm begonnen, in dessen Rahmen die 340er generalüberholt und alle Kabinen ein komplett neues Innenleben erhalten sollen. Ein Grund liegt auch darin, dass Loganair kein gutes Jahr 2015 hinter sich hat, beklagt wurden ständige Verspätungen und viele technische Mängel an den Maschinen. Zeitgleich waren viele Techniker in den Ruhestand gegangen und man hatte sich nicht rechtzeitig um Nachwuchs bemüht.

Zunächst kommt G-LGNG in den alten FlyBe-Farben vorbei, die uns zwei Tage später am 14.5. nach SYY fliegen sollte.

Dann macht sich G-LGNA, die „Spirit of Lewis“, auf den Weg (zukünftig werden alle Saabs Namen schottischer Städte und Inseln tragen).

Von Glasgow aus führte uns unsere Reise auf die Insel Lewis/Harris, wo wir für eine Woche ein Ferienhaus gemietet hatten. Ganz charmant, denn so konnte ich zum ersten Mal Saab 340 fliegen. Am Flugtag zeigte sich das Wetter von seiner schönsten Seite. Aus dem Terminal noch G-LGNF in den alten FlyBe-cs.

Mehr ein Notschuss durch die Scheibe, Westjet macht sich mit G-GYWJ auf den Weg über den großen Teich.

Dann gings zum Boarding, auf dem Vorfeld wartete G-LGNG, die ihren Erstflug im November 1992 absolviert hat.

Nach dem Start bot sich ein herrlicher Bilck über die schottischen Highlands.

Mitte Mai, und es finden sich auf den Gipfeln noch Schneereste. Eine Woche vorher hatte es hier noch geschneit, typisch schottisches Wetter, vier Jahreszeiten an einem Tag.

Der Anflug auf Stornoway, die größte Stadt auf Lewis/Harris mit knapp 12000 Einw.

Nachdem wir unser Gepäck abgeholt hatten, ergab sich noch die Möglichkeit, eine weitere Saab 340 bei der Ankunft durch die Terminalscheiben aufzunehmen, G-LGNI, auch schon den den neuen FlyBe-cs.

Nachdem wir den Mietwagen abgeholt hatten, entdeckte ich am Platz noch einen Flieger, dessen Farben nicht nach einer mir bekannten Airline aussahen. Augenscheinlich wurde die Twin Otter nur betankt, also wartete ich noch ein paar Minuten bis zum Abflug. Auch bei ungünstigen Lichtverhältnissen ein netter Fang, ist doch Norlandair in der Regel auf dem kleinen Flughafen von Akureyri auf Island anzutreffen. Erstflug dieser Twin Otter TF-LND übrigens 1976!

Die Insel Lewis/Harries ist landschaftlich sehr abwechslungsreich, mit Moorlandschaften und Steilküste im Norden und Bergen bis 700 m im Süden. Dazu gibt es schöne und (sicher nicht zuletzt aufgrund des Wetters) sehr einsame Strände…
Kulturell sind die Callanish Standing Stones sehenswert, vor 5000 Jahren angelegte Steinkreise vergleichbar mit Stonehenge. Hier kostet ein Besuch aber keinen Eintritt und man muss die Touristenhorden nicht nachträglich mit Photoshop entfernen.

Ein Blick im Abendlicht von den Steinen in Richtung Süden.

Der Flughafen von Stornoway war für mich neben den Loganair-Verbindungen nach Edinburgh, Inverness und Glasgow und Benbecula auch noch aus einem anderen Grund interessant. Es ist einer der wenigen Plätze, an der eine der zwei Fracht-Saabs von Loganair berechenbar anzutreffen ist. Morgens kommt der Flieger um kurz nach 7 mit Post und Zeitungen aus Inverness, geht dann direkt weiter nach Benbecula, wo er den Tag verbringt, um dann nachmittags wieder mit Zwischenstopp in Stornoway zurück nach Inverness zu fliegen. Diese gute Verbindung erklärt vermutlich, warum unsere Postkarten nur 2 Tage bis nach Deutschland gebraucht haben.
Hier die G-GNTF beim morgendlichen Start nach Benbecula.

An diesem Morgen hatte ich dann gleich die örtlichen Sicherheitskräfte auf den Plan gerufen, ein fotografierender Mensch am Flughafen ist hier das Ereignis des Jahres, vielleicht sehe ich einfach auch nur zu verdächtig aus :-). Mir wurde zu verstehen gegeben, dass Fotografieren an Flughäfen im Königreich nicht erlaubt sei und ich mich beim nächsten Mal beim Terminalmanager melden sollte. Außerdem fragte man sich, wie es mir gelungen ist, mit einem Personalausweis nach Großbritannien einzureisen, da war die Brexit-Abstimmung noch nicht gelaufen… Jedenfalls durfte ich während der Identitätsüberprüfung weiter knipsen, sonst wären mir die wenigen Saabs an diesem Morgen durch die Lappen gegangen.
Nochmal G-LGNI, die erste Saab, die zu diesem Zeitpunkt schon das neue Cabin-Outfit hatte. Erst bei der Landung…

und dann beim Start vor aufziehenden Schauerwolken. Das Wetter zeigte sich auf Lewis/Harris wieder typisch schottisch, Regen und Sonne wechselten sich ab bei mäßigen Temperaturen von 12 – 15 °C.

Ein entspanntes Surferleben färbt auch auf die tierische Begleitung ab. Während Herrchen die an diesem Tag nicht gerade üppigen Wellen bezwingt, hat es sich der Surferhund auf dem Amaturenbrett für den wohlverdienten Mittagsschlaf bequem gemacht.

War das jetzt irgendwie lustig?

Dunkle Wolken über dem Strand von Luskentyre (Harris).

Kurze Zeit später ist der Himmel blau, das Wasser leuchtet türkis, Karibikfeeling, an Temperatur und Wind muss aber noch gearbeitet werden…

Passenderweise bringt uns die G-LGNA „Isle of Lewis“ (Baunummer 199, Erstflug im Juni 1990) wieder zurück nach Glasgow.

Auf dem Weg zum Flieger lassen sich auf dem Vorfeld noch die G-LGNI vor dem Abflug nach Edinburgh zusammen mit der G-GNTF ablichten.

Auf dem Rückflug kann der Propflug nochmal richtig genossen werden, „bumpy“ geht es durch die Schauerwolken über den Highlands, bevor im Anflug auf GLA wieder die Sonne durchkommt.

Ein weiteres Foto von G-LGNA sei mir noch erlaubt, unser Flieger steht gut geparkt und es gibt zum richtigen Zeitpunkt ein Wolkenloch.

Als Beschreibung zu diesem Foto kann sich jetzt jeder was Kreatives einfallen lassen…

Unsere Reise führte uns für die letzten drei Tage noch nach Stirling. Ein Blick vom Gowan Hill auf das Wallace Monument, das wie so viele Denkmäler natürlich an eine der zahlreichen Schlachten im Schottischen Freiheitskampf erinnert. Unterhalb liegt der „Beheading Stone“, die Funktion erklärt sich durch den Namen, heute aber nicht mehr in Betrieb;-).

Der Urlaub ist dann wie immer wieder viel zu schnell vorbei. Aus dem Terminal lassen sich vor dem Rückflug noch zwei Loganair-Sabas ablichten, die inzwischen beide zum Frachter umgebaut wurden, aber wieder für Loganair unterwegs sind. G-LGNN

und G-LGNM.

Auf dem Rückweg nach unserer Landung in Heathrow aus dem Flieger eine Ostwindlandung auf der 09L, G-VWKD kurz vor dem Touchdown.

Ein Stück weiter hielten wir dann für einige Minuten auf dem Taxiway, da unser Gate noch nicht frei war. Von mir aus hätte das Ganze auch gerne etwas länger dauern dürfen, eine schöne Stelle für Anflugbilder…

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