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Saab 340 – Saab 2000 & more…

VIE – 10.09.2019

Im September stand bei uns ein länger geplanter Familienbesuch in Wien auf dem Programm. Den dortigen Airport hatte ich zuletzt 2006 besucht, die Fotos waren aufgrund der damaligen Hochsommerhitze und den Lichtverhältnissen (da ich nur die Position am Parkhaus aufgesucht hatte und man dort fast den ganzen Tag Gegenlicht hat) nur von mäßiger Qualität. Damals flogen die 767 noch in Lauda- bzw. Star Alliance-cs. und wer weiß, wie lange die mittlerweile schon in die Jahre gekommenen Flieger noch für Austrian unterwegs sein werden.
Also befasste ich mich im Vorfeld des Besuchs mit den Möglichkeiten, auch ohne eigenen fahrbaren Untersatz ein paar Stunden am Airport zu verbringen. Grundsätzlich ist der Wiener Flughafen spotterfreundlich, an vielen Positionen gibt es Spotterlöcher im Zaun, so dass eine Leiter verzichtbar ist. Allerdings sind die Positionen überwiegend fernab des Terminals und mit Öffis ohne längere Fußmärsche nicht zu erreichen. Der interessante Traffic beschränkt sich was Landungen angeht auf die frühen Morgenstunden und den Nachmittag, wenn die Austrian Widebodys in Form der 76er und 77er reinkommen. Nach dem ausführlichen Guide auf www.spotterguide.net erschienen mir die Positionen 10-12 bei Südostwind für Morgenanflüge optimal, da diese zumindest in erreichbarer Nähe vom Terminal liegen.
Bekanntlich ist aber das Wetter nicht planbar und die Vorhersage für Wien prognostizierte just für unseren Aufenthalt regnerisches und bewölktes Wetter mit einem kleinen Lichtblick am letzten Tag. Dennoch packte ich die Fotoausrüstung ein, im Rückblick betrachtet eine gute Entscheidung.
In der Tat war das Wetter teilweise unterirdisch mit einem komplett verregneten Samstag (gut, dass es in Wien genug Museen und Kaffeehäuser gibt…). Aber für den Tag vor unserem Rückflug besserte sich die Vorhersage auf überwiegend sonniges Wetter bei einem mäßigen Süd-/Südostwind.
Gemäß dem Motto „der frühe Vogel fängt den Wurm“ machte ich mich an diesem Tag um 6:00 Richtung Flughafen auf (der Schnellzug von der Innenstadt braucht nonstop nur ca. 20 Minuten) und ließ mich mit einem Taxi zur Spottingstelle 11, bzw. bis zum Parkplatz, von dem man die Stelle zu Fuß erreicht, an der 16/34 bringen.
Der Airport VIE wird übrigens in den nächsten Jahren um eine dritte Start- und Landebahn erweitert, die im Süden parallel zur 11/29 verlaufen wird. Damit wird das Spotten sicher nicht einfacher… https://www.viennaairport.com/unternehmen/flughafen_wien_ag/3_piste/bauprojekt_3_piste
Gelandet wird in Wien bis 7 Uhr ausschließlich auf der 29, leider betraf das auch die verfrühte flynas aus Riyadh, die mir damit bei der Landung entging. flynas fliegt nur über die Sommermonate nach Wien und ist ansonsten in Europa nicht wirklich anzutreffen, daher stand der Flieger recht oben auf meiner Wunschliste, aber damit hatte ich das schon mal abgehakt 🙁
An der Position 11 kann man sich auf Betonabsperrungen stellen und in den Anflug fotografieren, aber so recht gefiel mir diese Position nicht. Erster Flieger dort war eine FedEx 757 beim Start auf der 16, unten ist leider doch viel Zaun im Bild.

Glücklicherweise kam kurz nach meinem Entreffen ein Spotter aus Wien vorbei, der die Position 10 empfahl, so dass wir zusammen dahin wechselten. Dort ändert sich die Situation aufgrund eines aktiven Bodenaushubs immer mal wieder (im Spotterguide war noch von einem neuen Zaun die Rede), aber wir hatten Glück, ein frei zugänglicher kleiner Erdhügel bot einen guten Blick über den Zaun. Alternativ gibt es an dieser Position auch Spotterlöcher im Zaun.
Hier ein Überblick:

An dieser Stelle bekommt man die Flieger seitlich beim oder kurz nach dem Aufsetzen, auch die Ansicht von schräg vorne mit Tower/Terminal/CargoRamp im Hintergrund hat was.
Um ca. 8 Uhr beginnt die Widebody-Inbound-Welle, in kurzem Abstand kommen die 76er von Austrian aus /Kanada rein. Der JFK-Flug war heute leider über eine Stunde zu früh und hat die einzige Wolke des Tages erwischt. Dafür klappt dann alles bei OE-LAW in den neuen seit 2018 eingesetzten Austrian-Farben aus Newark, auch der Aufsetzpunkt war optimal gewählt.

Aus Washigton folgte mit der OE-LAT die älteste 767 bei Austrian, die sich inzwischen 28 Jahre im Dienst befindet. Das myAustrian-Branding wurde 2015 zwischenzeitlich eingeführt, bevor es bereits 2016 wieder aufgegeben wurde, so dass nur einige wenige Flieger damit versehen wurden.

Die einzige Austrian 772 an diesem Morgen kommt aus Chicago und trägt noch das hellblau/rote Farbenkleid aus früheren Jahren. Insgesamt vier verschiedene Austrian-Lackierungsvarianten sind aktuell unterwegs.
Im Hintergrund ist noch eine Korean 748 Cargo zu sehen, die heute leider auch zu früh auf der 29 reingekommen war, jedoch im Lauf des Vormittags wieder rausgehen sollte.

OE-LDG bei der Ankunft aus Athen, einer der sieben 319 bei Austrian, ausgeliefert 2006.

Zwei Baltic CS300 ließen auf eine der drei Sonderlackierungen hoffen, aber leider zeigten sich nur die Standard-cs., wie hier bei YL-CSG.

Die meisten Austrian-Flieger befinden sich aktuell in diesen (alten) Farben ohne das „my“, wie OE-LWA hier eintreffend aus Kiew, bis Ende 2017 als D-AEBA bei Lufthansa CityLine unterwegs.

ANA steuert VIE aus Tokyo-Haneda an, Ankunft ist frühmorgens und der Rückflug verlässt Wien zur Mittagszeit. JA891A wird vom Gate zur Abstellposition geschleppt.

Die AB-Pleite liegt jetzt schon zwei Jahre zurück, aber immer noch geistern Restbestandteile durch die Gegend, wie in Form der AB-basic-cs. auf diesem 320, der als D-ABFF bei Air Berlin und OE-LOF bei LaudaMotion unterwegs war und jetzt bei Eurowings fliegt.

Eine der schönsten Lackierungen auf einem Dreamliner ist sicher die von EVA Airways auf den vier zur Flotte gehördenden 789. Dieser Typ wird seit dem Sommer auf Flügen nach Wien eingesetzt und war somit meiner Wunschliste ganz oben. Heute erfolgte die Ankunft aus Bangkok pünklich um 8 Uhr.

Die Dash-8 bei Austrian sollen bis 2021 ausgemustert werden. Die Maschinen in StarAlliance-cs. waren länger für Swiss im Einsatz und haben jetzt nach der Rückkehr zu Austrian wieder kleine Titel erhalten.

Mit der 346 D-AIHY kommt heute Morgen Großgerät aus FRA. Mir kam das insofern entgegen, als dass ich diese Kiste noch nicht aufgenommen hatte und der Typ ja vermutlich keine große Zukunft mehr haben wird.

Kurz daruf folgte mit der OE-LAY noch ein weiterer Austrian 763er aus Toronto.

Im Hintergrund ist zu sehen, dass sich noch ein weiterer ANA-Dreamliner vor Ort befand, nämlich die R2-D2, die wetterbedingt am Vortrag mehr als 10 Stunden Verpätung hatte und hier gerade zum Start rollt. Wie praktisch, dass als Folge des weiter auf Süd drehenden Windes die Starts jetzt auf der 16 erfolgten. Auch wenn ich die R2-D2 einmal in DUS erwischt hatte, das war wirklich sehr schick…

People’s Vienna verbindet Wien mit St. Gallen. OE-LTK gehört seit 2016 zur Flotte von jetzt zwei EMB170.

Air Canada setzt auf der Toronto-Verbindung Dreamliner ein. C-FRSI wurde als einer der letzten Flieger 2017 noch in den alten Farben ausgeliefert.

Auch die flynas hat sich inzwischen sehr zur Freude der anwesenden Spotter zum Holding Point der 16 aufgemacht, so dass kurz darauf unerwartet ein weiterer Wunschkandidat im Kasten ist.

In unseren Breiten trifft man nicht häufig die ATRs von Serbia an. YU-ALN war zuvor auch schon für JAT unterwegs, klein aber fein…

LOT schickt mit der SP-LLE einen Oldie, dessen Betriebsende aufgrund des MAX-Desasters sicher noch etwas hinausgeschoben wird.

OE-LBX trug bis Ende 2018 die Allianzen-Lackierung und jetzt die Farben des gerade mit dem RedDot-Award ausgezeichneten neuen Markenauftritts.

Aus Peking kommt Air China mit 333 B-8577.

Sechs A321 befinden sich in der Flotte von Austrian. OE-LBD wurde Ende 2018 als erster mit den neuen Austrian-Farben versehen.

Eine weitere Dash, diesmal im Austrian-Farbenkleid.

Noch in der alten Lackierung ist OE-LBB unterwegs, hier eintreffend aus LHR.

Dann wirds nochmal größer: Korean schickt als zweiten Frachter eine 772, die mit Verspätung aus Soul eintrifft.

A318 im Linienverkehr waren immer schon eine Rarität, AF hat ja bereits angekündigt, diesen Typ nicht mehr lange zu betreiben. YR-ASA wurde im November 2006 ausgeliefert und gehört zu den 4 Exemplaren in der Flotte von Tarom.

Spekuliert hatte ich noch auf die 748F von Korean, die Wien eigentlich schon längst hätte wieder verlassen sollen, aber der Abflu verschob sich ständig nach hinten und das Licht wurde an dieser Position auch nicht besser. Also machte ich mich auf zum Terminal und zurück in die Stadt. Dort war man gerade mit dem Frühstück durch und so konnte sich das Sightseeing-Programm nahtlos anschließen.

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