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Saab 340 – Saab 2000 & more…

Neuseeland – 02/03.2011

Unser diesjähriger Urlaub führte uns im Februar/März um die halbe Welt nach „Kiwi-Country“. 4.5 Millionen Einwohner, 70 Millionen Schafe, Linksverkehr, Regenwald, Vulkane, Gletscher, Rugby, Cricket (die Regeln haben sich bisher meinem Verständnis entzogen), Netball, zwei mögliche Wetterlagen: infernalischer Regen oder strahlender Sonnenschein, für reichlich Abwechslung war also gesorgt. Mit dem Mietwagen ging es fünf Wochen quer durch das Land, um Nord- und Südinsel zu erkunden. Und wenn man schon die Strapazen einer über 30-stündigen Anreise auf sich nimmt, versteht es sich natürlich von selbst, dass auch die Begutachtung des ein oder anderen Flughafens auf dem Programm stand.
Am 9. Februar verließen wir in Hamburg das kontinentaleuropäische Festland, um zunächst London-Heathrow anzusteuern, wo bereits die Air New Zealand 747 ZK-SUJ „Auckland“ wartete, die für die nächsten 24 Stunden unser Zuhause sein würde.

Der Flug mit der klassischen Flugnummer NZ1 legt einen zweistündigen Tankstop in Los Angeles ein, so dass man ausreichen zeit hat, die gesamten amerikanischen Einreiseformalitäten inkl. Fingerabdrücke nehmen und Erinnerungsfoto schießen über sich ergehen zu lassen. Als Entschädigung gibt es dann einen kleinen Stempel in den Paß, der einem den Aufenthalt in den USA für drei Monate ermöglicht, aber da wollen wir doch gar nicht hin… Sinnvoll auch die Frage des Immigration-Officers, aus welchem Grund wir die USA besuchen, na weil wir eben nicht dorthin wollen… Im wunderschönen Wartebereich mit einem Teppichboden und einer Bestuhlung, die auch schon bessere Zeiten gesehen haben, hängt dann auch noch ein großes Schild, auf dem der kalifornische Staat darüber informiert, dass in diesem Raum krebserregende Stoffe verbaut wurden, die zu gesundheitlichen Folgeschäden führen können. Nur damit keiner hinterher Regressansprüche stellt, was ja in den USA für den Verlierer auch recht teuer werden kann.

Nach der Pazifküberquerung und frühmorgendlichen Ankunft in Auckland ermöglichte die freundliche Besatzung dann noch einen Blick in das Cockpit und schaltete fürs Foto dankenswerterweise auch noch einmal die Bildschirme ein.

Lange werden die Air New Zealand 747 ja nicht mehr unterwegs sein. Bereits ab April kommen auf der London-Route nach und nach die neuen 773 zum Einsatz, von denen zwei bereits in Neuseeland eingetroffen sind. Bis Ende dieses Jahres wird sich die 747-Flotte auf 2-3 Maschinen reduziert haben.

Unser Anschlussflug (man muss sich ja langsam wieder „entwöhnen“) führte uns von Auckland aus weiter nach Christchurch. Glücklicherweise hat sich die Erde zu dieser Zeit noch ruhig verhalten. Eine Woche später hat das schwere Erdbeben in der Stadt sehr schwere Schäden angerichtet und leider auch Menschleben gefordert, was ja selbst in den hiesigen Nachrichten ein Thema gewesen ist.

Auf unserer weiteren Fahrt Richtung Süden konnten wir dann feststellen, dass es in Neuseeland auch Bewohner gibt, denen es gar nichts auszumachen scheint, dass sie zwar prinzipiell das Potential dazu hätten, aber gar nicht fliegen können (an sich ja ein furchtbarer Gedanke). Aber an einem schönen Strand bei 23° kann man auch gar nicht anders, als mit sich und der Welt vollkommen zufrieden zu sein.

Ja, ja, zufriedene Bewohner, von denen gab es durchaus noch weitere…

In Queenstown, der Stadt des Jet-Boatings und Bungee-Jumpings, wurde dann auch der Flughafen kurz angesteuert und gleich ein Überraschung: Insgeheim hatte ich ja auf ein schönes Foto einer Air Chatams Convair gehofft, aber das es ausgerechnet an einem Flughafen gelingen sollte, den Air Chathams gar nicht im Linienverkehr ansteuert… Air Chathams setzt übrigens wenn ich richtig informiert bin weltweit einmalig noch Convairs im regulären Passagierlinienverkehr ein, nämlich auf einer dreistündigen über Ozean führenden Verbindung zu den Chatham Inseln. Vermutlich hatte diese Maschine ein Chartereinsatz nach Queenstown geführt, mir wars egal, ich hatte mein Bild…

Der nächste Flughafen wurde in Nelson besucht, einer kleinen Stadt an der Nordküste der Südinsel. Schon der stolz präsentierte Pokal in der Eingangshalle, den Nelson als „New Zealands Airport of the Year 2010“ erhalten hatte, ließ hoffen, dass dieser Flughafen auch aus Spottersicht einiges zu bieten hätte. Der Verkehr ist zwar nicht gerade überwältigend, primär Air Nelson (Air New Zealand Link) Dashs auf dem Weg nach Auckland, Wellington und Christchurch, aber eine durchaus schöne Besucherterrasse ohne Verglasung, die unentgeltlich benutzt werden kann.

Zudem sind die Zäune um das gesamte Flughafengelände so niedrig, dass noch nicht einmal Menschen über einer Größe von 1.60m eine Wasserkiste benötigen, um über den Zaun fotografieren zu können. Der Pott ging also 2010 auch aus Spottersicht zurecht nach Nelson!

Kurz vor Auckland dann die bange Frage, wird das Wetter einen Spotting-Tag am dortigen Flughafen begünstigen. Am Tag der Ankunft schwülwarme Luft mit nachfolgendem infernalischen Regen, am nächsten Tag deutlich kühler und für den Montag prognostizierte dann die Vorhersage strahlenden Sonnenschein bei 21° bei einem leichten Westwind. Das war der Wink mit dem Zaunpfahl, der Montag sollte es sein. Auch ja, lichttechnisch muss man auf der Südhalbkugel natürlich daran denken, dass die Sonne zwar wie gewohnt im Osten aufgeht, dann aber den Weg über den nördlichen Himmel nimmt, um im Westen unterzugehen…

In Auckland gibt es eine schöne Spottingstelle in Form eines großen Parkplatzes, der direkt am Landeanflug liegt und von dem aus ab mittags schöne Aufnahmen möglich sind. Hier ein paar Beispiele:
Eine der wenigen ANZ 763 mit Ohren, die man bei Tageslicht zu Gesicht bekommt.

Noch wird der Inlandsverkehr überwiegend mit 733 abgewickelt, die aber in den nächsten Jahren durch 320 ersetzt werden.

Hier das neuste Exemplar des 320 „Domestic“, zwei Wochen früher ausgeliefert.

An exotischeren Fluggesellschaften kommt z.B. Air Pacific mit unterschiedlichem Fluggerät, mal eine 747, mal eine 767 oder wie hier eine 738.

Ein absoluter Überraschungsgast war an diesem Tag eine Hawaiian 763, die auf einem regulären Air New Zealand-Kurs und mit selbiger Flugnummer einschwebte. Die Maschine wird in Auckland gewartet und um einen Leerflug zu vermeiden, wird in Australien die Crew gewechselt und es geht als ANZ nach Auckland.

Ein regulärer Besucher ist Royal Brunei, hier mit der 772 „VP-BLF“

Ebenfalls recht häufig bekommt man die Maschinen von JetStar zu Gesicht.

Pacific Blue ist auch hin und wieder zugegen, aber die einzige Maschine von Polynesian Blue ist dann schon ein „Highlight“.

Schwierig hingegen ist es, die größeren Maschinen (772, 773, 747) von Air New Zealand vor die Linse zu bekommen, da diese überwiegend frühmorgens ankommen und erst spätabends wieder rausgehen (z.B. alle USA-Flüge). Aufgrund es Erdbebens in Christchurch und dem daraus resultierenden großen Bedarf an Flügen hatte Air New Zealand jedoch einen Sondertarif von $ 50 auf der Strecke AKL-CHC eingeführt, so dass auch große Maschinen eingesetzt wurden. Dies ermöglichte es, auch eine 747 bei guten Lichtbedingungen aufzunehmen.

Ein ortsansässiger Spotter, den ich zufällig am Parkplatz getroffen hatte, war dann noch so freundlich, mich zu einer Fotostelle am Air New Zealand Flight Training Centre mitzunehmen, die zwar im Sicherheitsbereich liegt, für die er aber eine Fotogenehmigung hat. An dieser Stelle entstanden dann auch noch ein paar hübsche Aufnahmen:

Von Cathay wäre mir zwar der regulär einschwebende 340 lieber gewesen, aber auch dies ist natürlich ein heißes Gerät (B-HOT)

Quantas bedient einige Strecken nach Australien mit 330

während ansonsten auf vielen Flügen in und ab Neuseeland Jetconnect-Maschinen in Quantas-Lackierung, aber mit Neuseeländischer-Reg zum Einsatz kommen. Hier ein sehr neues Exemplar, gerade mal zwei Wochen im Dienstag

Diese 734 ist hingegen schon etwas betagter und steht kurz vor der Ausmusterung.

Auf eine Maschine hatte ich natürlich ein ganz besonderes Augenmerk gerichtet: den gerade erst ausgelieferten ersten „Domestic“ 320 der Air New Zealand in der schwarzen „Crazy about Rugby“ Sonderlackierung. Da dieser Flieger nur im Inlandsdienst eingesetzt wird, bieten sich in Auckland beste Chancen, in zu erwischen. Zweimal hatte ich ihn bereits im Anflug gesehen und dann rollte er auf dem Taxiway zu Start… Ich war zufrieden, SEHR zufrieden…

An interessantem Kleinkram gab es noch diese Islander der Mountain Air:

Und… meine erste Trislander, mit dem ominösem, nicht ganz vertrauenserweckend aussehenden dritten Triebwerk im Leitwerk…

Schön abgestellt war noch eine Convair der Air Freight, die mit einigen dieser Maschinen Fracht innerhalb Neuseelands befördern.

Aufgepasst… bei diesem unübersichtlichen Bodenverkehr kommt es ja ständig zu haarsträubend engen Situationen… was diese Tölpel am Cape Kidnappers aber nicht weiter zu stören scheint.

Auch der schönste Urlaub geht einmal zu Ende und selbiges war dann in Wellington für uns erreicht. Einmal morgens noch kurz an den dortigen Airport, der bei gutem Wetter auch sehr schöne Spottinggelegenheiten bietet, eine noch fehlende ATR72 der Mount Cook Airlines ablichten.

Dann aus dem Terminal noch per Notschuss eine der beiden 752 der New Zealand Air Force auf die Speicherkarte gebannt.

Und auf zum Gate, wo dann die Maschine eintraf, die ich mir für den kurzen Flug nach Auckland gewünscht hatte, der „All Blacks“ 320. Auch wenn ich eigentlich kein Fan von Kabinenaufnahmen bin, konnte ich hier dann doch nicht widerstehen.

Jetzt noch mal 24 Stunden mit NZ2 wieder zurück nach Heathrow und weiter nach Hamburg mit der alten Condor-Kröte D-ABWH (hatte wenige Tage vorher ihren 22. Geburtstag) (schönes Kontrastprogramm übrigens zur ZK-OAB).

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